Baby-led Weaning – Der stressfreie Beikostweg

Baby-led Weaning – Der stressfreie Beikostweg

Der Trend Baby-led Weaning schwappt immer mehr aus Großbritannien nach Deutschland über. Das Ziel ist, Babys vom Füttern mit dem Löffel weg und so früh wie möglich zum selbstbestimmten Essen zu bringen. In ihrem Buch „Baby-led Weaning – Das Grundlagenbuch: Der stressfreie Beikostweg“ erklären Gill Rapley und Tracey Murkett Eltern, wie es funktioniert.

Was ist Baby-led Weaning?

Baby-led Weaning bedeutet, dass ein Kind sich selbst füttert, sobald der Umstieg auf Beikost erfolgt. Beim konventionellen Modell füttern Eltern mit dem Löffel, später bekommt das Baby dann einen Lernlöffel in die Hand. Beim Baby-led Weaning ist dem Kind überlassen, was es sich zu essen gibt und auf welche Art und Weise es das tut. Diese Methode dreht die Reihenfolge des Lernprozesses beim Essen um, denn beim herkömmlichen Füttern wird der Kaureflex aufgrund der weichen Speisen nicht trainiert, während das Kind beim Baby-led weaning von Anfang an auch mit größeren Brocken im Essen lernt umzugehen.

Baby-led Weaning - Das Grundlagenbuch: Der stressfreie Beikostweg
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Baby-led Weaning - Das Grundlagenbuch: Der stressfreie Beikostweg
  • Gill Rapley, Tracey Murkett
  • Kösel-Verlag
  • Auflage Nr. 5 (30.09.2013)
  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten

Letzte Aktualisierung am 24.08.2017 um 08:16 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Wie lernt ein Kind Baby-led Weaning?

Viele Eltern praktizieren Baby-led Weaning ohne sich darüber im Klaren zu sein. Babys lieben es, ältere Geschwister zu imitieren und freuen sich darüber, wenn sie Essen von deren Tellern stibitzen können. So fangen sie automatisch an, sich mit der richtigen Technik zu füttern. Mit dem Baby-led Weaning kann ab dem Alter von sechs Monaten gestartet werden. In diesem Alter beherrschen die meisten Babys den sogenannten Pinzettengriff, das heißt, sie können Gegenstände zwischen Daumen und Zeigefinger festhalten. Am besten ist es, das Baby in einem Hochstuhl am Esstisch zu den üblichen Mahlzeiten zu platzieren. Die Häppchen, die dem Kind gegeben werden, sollten gut in der Hand liegen. Fingergroße Stücke eignen sich gut für den Anfang. Je besser das selbstständige Essen klappt, desto mundgerechter können die Stücke geschnitten werden.

Baby Led Weaning (BLW)

Das Baby-led weaning (oder auch kurz BLW genannt) ist im wesentlichen eine Methode, bei welcher das Baby selbst bestimmt, was es isst. Diese Methode ist ein Weg zum selbstbestimmten Essen und zur Entwöhnung von der Milch, als Alternative zum Brei. Foto: Patryk Kosmider / Bigstock

Welches Fingerfood eignet sich?

  • Gekochtes oder gedünstetes Gemüse wie Kohlrabi, Möhren, Brokkoli und Zucchini
  • weiches Obst, zum Beispiel Banane, Mango, Birne oder Melone
  • Vollkornbackwaren wie Toast oder Stücke vom Brötchen. Auf Körner und Samen sollte verzichtet werden, da sich das Baby daran
    verschlucken könnte.
  • gekochte Kartoffel
  • Teigwaren wie gekochte Nudeln, Schupfnudeln oder größere Gnocchi

Vermieden werden sollten Nüsse, fettiges Essen wie Pommes frites, rohe oder weich gekochte Eier, Honig, Leber, sehr salzige Nahrungsmittel wie Bacon, bestimmte Käsesorten und Würste.

Wie lange braucht das Baby zum Lernen?

Am Anfang wird das Baby wahrscheinlich mit dem Essen spielen oder daran saugen, dann sollte mit Muttermilch oder Fläschchen zwischen den Mahlzeiten sichergestellt werden, dass genügend Nährstoffe aufgenommen werden. Baby-led Weaning ist ein Prozess, der Geduld braucht, schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Es ist auch möglich, eine Kombination aus Baby-led Weaning und dem Füttern mit einem Löffel zu praktizieren.

Warum ist Baby-led Weaning so wichtig?

Studien haben gezeigt, dass Kinder, die sich selbst füttern, später seltener zu heiklen Essern werden und deutlich weniger Übergewicht als mit dem Löffel gefütterte Babys haben. Das Kind erhält durch die frühe Integration in die Mahlzeiten der Familie ein Gefühl der Geborgenheit. Wichtig ist, mit der Methode so früh wie möglich zu beginnen. Wenn Kinder älter werden, ist es schwieriger, sie für neue Geschmacksrichtungen und Essenskonzepte zu begeistern. Baby-led Weaning entlastet auch die Mutter, denn das lästige Pürieren und Zerkleinern von Essen entfällt.

Kann das Baby sich verschlucken?

Babys, die beim Essen aufrecht sitzen, sollten keine Probleme mit Verschlucken oder Würgen haben. Da das Kind in Eigenregie seine Mahlzeit organisiert, wird es das Essen nur in den Mund tun, wenn es sich dafür bereit fühlt, was eine Gefahr des Erstickens ziemlich gering macht. Allerdings darf das Baby niemals während des Essens alleine gelassen werden. Sicherheitshalber sollten Mütter aus Obststückchen die Kerne entfernen.

Gibt es Nachteile von Baby-led Weaning?

Wer mit dem Baby-led Weaning beginnt, darf sich darauf einstellen, dass am Esstisch und in der Küche erst einmal Chaos entsteht, denn zunächst einmal wird viel gekleckert, gespuckt und es landen Sachen auf dem Fußboden. Nicht ganz klar ist am Anfang auch, ob das Kind genug Nährstoffe aufnimmt, weil nicht immer ersichtlich ist, was wirklich gegessen wurde. Für den Übergang zu fester Nahrung empfehlen Experten daher, auch Brei und Püree als Fingerfood zu reichen. Ein wenig kompliziert wird es bei vegetarischer Ernährung. Hier kann leicht Eisenmangel auftreten, denn eisenreiches Getreide kann nicht als Fingerfood gegeben werden. Mütter sollten in diesem Fall unbedingt Brei reichen.

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