Nachtschreck bei Kleinkindern

Nachtschreck bei Kleinkindern

Der erholsame Schlaf ist für Kleinkinder besonders wichtig, denn hier können sie Kraft für den nächsten Tag tanken und die erlebten Geschehnisse des Tages verarbeiten. Umso mehr Sorgen machen sich die Eltern, wenn ihre Schützlinge nicht so gut schlafen, wenn sie nicht einschlafen können oder immer wieder wach werden. Eine der häufigsten Schlafstörungen ist der sogenannte Nachtschreck, denn ca. ein-Viertel aller Kleinkinder haben. Was das genau ist, was man dagegen tun kann und warum sich über den Nachtschreck keine Sorgen zu machen sind, wird im folgenden genauer erläutert.

Allgemeine Informationen über den Nachtschreck:

Nachtschreck bei Kleinkindern

Den sogenannten Nachtschreck (oder auch Nachtterror genannt) haben etwa 15 Prozent aller Kleinkinder (zwischen 4 und 6 Jahren). auch wenn es seltener vorkommt, können ihn auch Babys ab 9 Monaten bekommen.
Foto: djedzura / bigstock

Das Wort ‚Nachtschreck‘ leitet sich aus der deutschen Übersetzung des lateinischen Begriffs ‚Pavor nocturnus‘, also die nächtliche Angst, ab. Die Ausdrucksweise beschreibt auch schon relativ gut die Symptome, denn sie äußern sich in einem plötzlichen Hochschrecken des Kindes aus dem Schlaf, zumeist mit lautem Schreien gekoppelt. Dabei hat es die Augen weit aufgerissen und wirkt sehr ängstlich. Wenn die Elternteile das Ganze zum ersten Mal erleben, könnte das durchaus schockierend und sorgenbereitend sein, doch braucht man sich nicht zu sorgen. In so gut wie allen Fällen hat das Kind am nächsten Tag alles vergessen und weiß von nichts, die Schlafstörung hat also keine Folgen.

Obwohl ca. 15 Prozent aller 2-5 jährigen Kinder mindestens ein Mal am Nachtschreck leiden, können unter besonderen Umständen auch Erwachsene diese Störung bekommen. Bei den Kleinkindern ist in fast allen Fällen der Nachtschreck keine regelmäßige Beobachtung, nur ein Prozent zeigen mehr als einmal pro Woche die Symptome.

Wissenschaftliche Vorgänge:

Der Schlaf eines jeden Menschen, egal ob Baby, Kleinkind oder Erwachsener, lässt sich in verschiedene Schlafphasen einteilen. Man unterscheidet zwischen vier Stadien, die die Einschlafphase, den leichten Schlaf und den Tiefenschlaf umfasst, und der Traumphase, auch genannt der REM-Schlaf. Wissenschaftliche Messungen im Traumlabor haben ergeben, dass bei Auftreten des Nachtschrecks die betroffenen Kleinkinder auf einmal aus der REM-Phase hochschrecken, ohne dass ein leichtes Aufwachen möglich ist. Dieser Schreck führ bei den Kindern dann dazu, dass sie verängstigt wirken und mit Schreien anfangen.

Wie kommt es zu dem Nachtschreck?

In vielen Foren ist zuweilen zu lesen, dass der Nachtschreck einen direkten Bezug zur Erziehung aufweisen kann, auch fällt des Öfteren das Wort psychische Störung. Dennoch trifft keine der Aussagen zu, vielmehr lässt sich der Nachtschreck in eine Kategorie mit dem Schlafwandeln stecken. Doch woran liegt es dann, dass eine relativ hohen Zahl an Kleinkindern das haben, aber Erwachsene so gut wie gar nicht?

Nachtterror - Was tun wenn das Kind betroffen ist?

Der Terror/Schreck in der Nacht. Was tun, wenn das eigene Kind von dieser Art einer Schlafstörung betroffen ist? Foto: eveleen / Bigstock

Wissenschaftler haben lange Zeit versucht, eine Antwort auf die Frage zu finden, aber das bisher nur mit mäßigem Erfolg, eine allgemein gültige Erklärung des Nachtschrecks wurde noch nicht gefunden. Trotzdem sind sich die Forscher darüber einig, dass es einen Zusammenhang mit dem Nervensystem geben muss, denn immer, wenn dieses stark überlastet oder überfordert wird, reagiert es mit selbigen Symptomen. Man kann also davon ausgehen, dass aufgrund des ruckartigen Aufwachens das Nervensystem von 0 auf 100 so stark mit Reizen belastet wird, dass es in Form von Angst und Schrecken reagiert. Im Gegensatz dazu ist es einfach zu beantworten, warum sich die Kinder am nächsten Tag nicht mehr daran erinnern können. Dies hat den ähnlichen Grund, dass für uns die meisten Träume nicht sichtbar werden, denn der Körper verarbeitet die Geschehnisse des Unbewussten, die dem Bewussten in der Regel verborgen bleiben.
Des Weiteren konnte eine Art Vererbung entdeckt werden, denn hat/hatte ein Elternteil des Kindes selbst den Nachtschreck, steigt die Wahrscheinlichkeit rapide an, dass auch das Kind selbst den Nacktschreck bekommen wird.

Muss der Nachtschreck therapiert werden?

Grundsätzlich muss der Nachtschreck, mit einigen Ausnahmen, nicht therapiert werden, denn er ist nur von kurzer und seltener Dauer. Dennoch kann es vereinzelt vorkommen, dass bei einer häufigen Frequenz der Symptome therapeutische Hilfe in Anspruch genommen werden sollte. Mit einem Experten werden Erlebnisse des Kindes aufgearbeitet, um so einen besseren Schlaf zu gewährleisten. Im Zweifel sollten Eltern mit ihren Kindern zum Hausarzt gehen, der alle notwendigen Mittel einleiten wird.

Tipps für Eltern:

  • Wenn das Kind öfters aus dem Schlaf abrupt aufwacht, gibt es einige Dinge und Empfehlungen für Eltern, wie sie dem Kleinkind helfen können.
  • Das Wichtigste ist eine gute Hygiene. Auch wenn das zuerst paradox klingen mag, aber wenn das Kinderbett jederzeit von Staub befreit und hygienisch ist, fühlt sich das Kind wohl und erlebt einen besseren Schlaf.
  • Nicht zu vergessen ist das Einschlafen, welches den gesamten Schlafverlauf bestimmt. Zu empfehlen ist es, dem Kleinkind vor dem Einschlafen einen Gute-Nacht-Geschichte zu erzählen oder vorzulesen, damit es einen ruhigen und gleichmäßigen Schlaf finden kann.
  • Des Weiteren sollten die Eltern ihrem Kind nicht von den nächtlichen Geschehnissen erzählen, denn dann besteht die Gefahr der Angst vor dem Einschlafen. Das Kind erinnert sich zumeist beim Aufwachen an den Nachtschreck nicht mehr, sodass eine unnötige Angstmache keinen Sinn macht.

Fazit:

Alles in allem ist der Nachtschreck nicht halb so schlimm, wie der zunächst klingt und auch scheinen mag. Wenn sich die Eltern ausgiebig damit beschäftigen, verliert er seine Wirkung, und bleibt auch für das Kind eine einmalige Sache.

Weiterführende Infos zum Thema

Schlafgewohnheiten bei Kita-Kindern (Die schnelle Hilfe! / Die kleinen Hefte als Hörbücher)
Alptraum-Ängste: Ursachen, Funktionen und Zusammenhänge von Urangst, Alptraum und Nachtschreck

Letzte Aktualisierung am 12.05.2019 um 23:45 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Leave a Comment

Comment (required)

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Name (required)
Email (required)